Beckenbodentraining – vier Wege im Überblick
Vier Wege, den Beckenboden zu unterstützen – und ein paar Fragen, die bei der Auswahl helfen.
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, den Beckenboden zu unterstützen. Welche Form sinnvoll ist, hängt von Ihrem Anliegen ab, von Ihrer persönlichen Situation – und davon, was sich in Ihren Alltag einfügen lässt. Ein Überblick über vier gängige Wege.
Bei aktiven Übungen spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur bewusst an und lösen die Spannung wieder. Das braucht keine Hilfsmittel und lässt sich fast überall umsetzen. Die Schwierigkeit liegt oft am Anfang: Der Beckenboden liegt tief und lässt sich bewusst nur schwer ansteuern. Viele Menschen sind unsicher, ob sie überhaupt die richtige Muskelgruppe erreichen.
In angeleiteten Kursen üben Sie in der Gruppe und bekommen Rückmeldung zur Ausführung. Feste Termine geben Regelmäßigkeit, und der Austausch mit anderen kann entlasten – gerade bei einem Thema, über das viele lange nicht sprechen.
Physiotherapeutische Begleitung setzt an Ihrer persönlichen Situation an. Sie liegt besonders dann nahe, wenn konkrete Beschwerden bestehen oder eine Operation oder Geburt zurückliegt. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden; das klärt in der Regel die ärztliche Verordnung.
Beim gerätegestützten Training übernimmt ein Gerät die Ansteuerung der Muskulatur. Auf dem Beckenbodenstuhl lösen elektromagnetische Impulse Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur aus. Sie sitzen dabei vollständig bekleidet, aktive Übungen sind nicht nötig. Das kann ein Weg sein, wenn das bewusste Ansteuern schwerfällt oder wenig Zeit für ein tägliches Übungsprogramm bleibt.
Nicht jede Methode passt zu jeder Person. Für das Training auf dem Beckenbodenstuhl gelten Gegenanzeigen, darunter Schwangerschaft, ein Herzschrittmacher oder metallische Implantate. Was für Sie infrage kommt, lässt sich im persönlichen Gespräch klären.
Bei der Auswahl helfen ein paar einfache Fragen: Möchten Sie selbst aktiv üben oder lieber unterstützt trainieren? Wie viel Zeit lässt sich regelmäßig einplanen? Und gibt es Beschwerden, die zuerst ärztlich abgeklärt werden sollten?
Bei anhaltenden oder neu auftretenden Beschwerden steht die ärztliche Abklärung am Anfang. Sie ordnet ein, was dahintersteckt – und darauf lässt sich die Wahl des Trainings dann aufbauen.
Grundlagen zum Nachlesen: Beckenboden verstehen – Aufbau, Funktion und Bedeutung
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose.